Neue Plakat-Kampagne

 

Die Kampagne „Laufen(d) gegen Gewalt“ rückt seit fünf Jahren das Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen ins Bewusstsein.

Zum Jubiläum zogen die Initiatoren eine Bilanz und stellten eine neue Plakat- Kampagne vor.

 

In drei Bildern, die bewusst provozierend gestaltet sind, werden drei Themenschwerpunkte angesprochen.

 

Ein Schiedsrichter mit roter Karte weist darauf hin, dass sich die run&fun Vereine dafür einsetzen, dass Diskriminierung und körperliche Übergriffe keinen Platz haben. Mit der Aufforderung „Bleib aufmerksam und schau nicht weg“, sollen auch andere dazu animiert werden sich hier klar zu positionieren.

 

Ein Boxer weist darauf hin, „echte Gegner findest du im Ring“, Gewalt hat viele Gesichter, jeder Einzelne soll sich hinterfragen und nicht wegschauen.

 

Eine Frau mit Sportshorts setzt mit der Aussage „ich bestimme wo die Grenze ist“ ein klares Statement, das egal wie sich eine Frau kleidet es nie eine Aufforderung ist für Übergriffigkeiten. Jede Frau hat das Recht nein zu sagen und entschiedet selbst wo ihre Grenze ist.

 

In Form von Plakaten und Postkarten werden diese drei Themen in den nächsten Wochen in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Infotafeln und städtischen Einrichtungen zu sehen sein.

 

 

 

Laufend Gegen Gewalt

Frauenhaus und „run & fun“-Vereine unterzeichnen am Dienstag Kooperationsvereinbarung.

Das Tuttlinger Frauenhaus und die vier an „run & fun“ beteiligten Vereine, also der Stadtverband für Sport, der Schneeschuhverein, die Turngemeinde und die Sportfreunde, haben am Dienstagabend ihre Kooperationsvereinbarung für „Laufen(d) gegen Gewalt“ unterzeichnet. Im Foyer des Rathauses wurde damit der Grundstein gelegt, gemeinsam über Gewalt an Frauen zu informieren und auf Hilfs- und Präventionsmaßnahmen aufmerksam zu machen.

Tuttlingens Oberbürgermeister und Schirmherr Michael Beck betonte, dass sich Gewalt gegen Frauen vor allem hinter verschlossenen Türen abspiele. „Jede Veranstaltung ist wichtig, die das Thema in die Öffentlichkeit bringt“, meinte Beck. Die Ursprungsidee komme vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).

In der Stadtverwaltung habe Lucia Faller, die Beauftragte für Chancengleichheit, diese aufgenommen und den Kontakt zwischen Frauenhaus und den Vereinen hergestellt. Im Sport könne man viel lernen, auch fürs Leben, meinte Beck. Immerhin rund 12 000 Menschen seien in den Tuttlinger Vereinen organisiert.

Immer noch ein Tabu-Thema

Das Problem Gewalt gegen Frauen sei laut Moderatorin Gerda Schneider immer noch ein Tabu-Thema, das verharmlost werde. Daher ist es für Frauenhaus-Vostandsmitglied Gundula Taschner wichtig, dass das Thema in die Öffentlichkeit getragen wird. „,run & fun‘ hat in der Stadt einen hohen Stellenwert“, sagte sie. Daher sei diese Plattform ideal.

Juliane Schmieder von der Leitung des Frauenhauses berichtete, dass nun Schulungen angedacht sind, mit denen Übungsleiter und Trainer sensibilisiert werden sollen. „Ich verspreche mir von der Kooperation, dass durch die Positionierung Gewalt als gesellschaftliches Problem erkannt wird“, sagte sie.

Thomas Ulrich, Vorsitzender und Geschäftsführer der TG Services GmbH, betonte, dass das Frauenhaus und die vier Vereine schnell gemerkt hätten, dass vieles machbar sei. So wird es am „run & fun“-Samstag einen speziellen Ein-Kilometer-Lauf geben, mit dem auf die Problematik aufmerksam gemacht werden soll. „Dann geht es nicht um die sportliche Leistung“, meinte Ulrich.

Inline-alpin-Fahrerin Alessandra Veit berichtete, dass ihr beim Sport noch keine sexistischen Sprüche oder ähnliches widerfahren sind: „Das unterstreicht, dass das Problem hinter verschlossenen Türen geschieht.“ Ähnliches hatte Christoph Haller von der TG-Schwimmabteilung zu berichten. In seiner 32-jährigen Tätigkeit als Trainer habe es keinerlei Anzeichen für Gewalt gegen Frauen gegeben.

Aufeinander aufpassen

Rita Waitschull, Kursleiterin für Tae Bo bei der TG, berichtete, dass Kampfsport das Selbstbewusstsein stärke und man dabei lerne, sich zu wehren. Wichtig sei es zudem, dass man gegenseitig auf sich aufpasse. Tim Klass von der TG-Volleyballabteilung betonte, dass er bei einem Verdacht eine vertrauensvolle Mitspielerin und bei Bedarf Abteilungsleiterin Sabine Hilzinger kontaktieren würde. Erst wenn die Betroffene im Gespräch blocken würde, würde er eine „höhere Instanz“ ansprechen.

Sabine Mattes, Leiterin des Fitnesszirkels bei der TG, brachte schon einige Ideen mit, mit deren Hilfe sich das neue Bündnis bei „run & fun“ präsentieren könne. So könnte etwa in jeder Läufertüte ein neonfarbenes Band als sichtbares Zeichen liegen, mit dem der Sportler seine Solidarität mit der Kooperation zeigen könne.

Auch sei ein Spendenteppich möglich. Hierbei würde die Nummer jedes Läufers notiert, der darüber geht. Nachfolgend würde er eine E-Mail mit den Kontodaten für seine Spende erhalten. Für diese beiden Ideen gab es von den Zuhörern viel Beifall.

Susanne Schnell, die Vorsitzende des Frauenhaus-Vorstands, hofft, dass das Bündnis nun mit Leben gefüllt wird. Sie wünscht sich, dass sich viele Männer und Frauen mit dem Thema auseinandersetzen. Laut Initiatorin Lucia Faller soll laut Kooperationsvertrag in den Vereinen ein „Null-Toleranz-Prinzip“ gelten.

Mit einem Logo, das von der Tuttlinger ad acta Werbeagentur kostenlos designt worden ist, werden die Symbole des Frauenhauses und von „run & fun“ miteinander verbunden. Auch dieses wurde am Dienstagabend im Foyer des Rathauses bereits präsentiert